
Mein FÖJ im Waldkindergarten

Statt Verkehrslärm und Hektik erwarten mich morgens Vogelgezwitscher, frische Waldluft und eine besondere Ruhe, die man so kaum irgendwo anders findet. Genau diese Atmosphäre macht mein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Waldkindergarten von Anfang an zu etwas ganz Besonderem.
Der Alltag im Waldkindergarten unterscheidet sich deutlich von dem Alltag in einem Hauskindergarten. Ein Waldkindergarten bedeutet jeden Tag, bei jedem Wetter draußen in der Natur zu sein. Unser „Gruppenraum“ ist der Wald selbst: hohe Bäume, moosbedeckter Boden und wechselnde Plätze, die je nach Wetter und Jahreszeit ausgesucht werden. Jeden Morgen treffen wir uns an einem festen Treffpunkt, von dem aus wir gemeinsam in den Tag aufbrechen.
Meine Aufgaben sind vielfältig. Ich packe den Bollerwagen für den Tag je nach Witterung und Ziel, unterstütze die Erzieherinnen bei der Betreuung der Kinder, helfe beim Anziehen wetterfester Kleidung, begleite die Kinder beim freien Spiel und biete kleine Aktivitäten, wie Bücher lesen oder ein Theaterstück erfinden, an. Besonders wichtig ist es, die Kinder in ihrer Selbstständigkeit zu fördern und ihnen Raum für eigene Entdeckungen zu lassen.
Ein großer Bestandteil meiner Arbeit ist auch der Umgang mit der Natur. Ich habe gelernt, wie man Pflanzen und Tiere bestimmt, welche Gefahren im Wald bestehen können und wie man sich umweltbewusst verhält. Dieses Wissen gebe ich spielerisch an die Kinder weiter.

Die Arbeit im Wald bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich – egal ob Regen, Schnee oder Hitze. Vor allem anfangs fand ich es ungewohnt, bei jedem Wind und Wetter draußen zu sein. Mittlerweile gehört das für mich ganz selbstverständlich dazu. Und mit der richtigen Kleidung und einer positiven Einstellung wird selbst ein verregneter Tag zu einem kleinen Abenteuer.
Besonders beeindruckend finde ich, wie kreativ die Kinder im Wald spielen. Ohne Spielzeug nutzen sie ihre Fantasie und entwickeln eigene Spiele. Von Matschsuppen bis hin zu selbstgebauten Hütten aus Ästen findet man bei uns alles. Gleichzeitig entwickeln die Kinder ein starkes Bewusstsein für die Natur.
Was mich am meisten überrascht hat, wie sehr mich dieses Jahr verändert. Ich bin achtsamer und geduldiger geworden. Vor allem aber habe ich eine tiefere Verbindung zur Natur entwickelt.
Das FÖJ im Waldkindergarten ist für mich nicht einfach nur ein „Übergangsjahr“. Es ist eine Zeit, in der ich viel über Kinder, Natur und vor allem über mich selbst gelernt habe.










